Close 
Thumbnail
Thumbnail
Thumbnail
Thumbnail
Thumbnail
Thumbnail
Thumbnail
Thumbnail

Deutsche Telekom AG, Erfurt

The Project

Das Fernmeldedienstgebäude der Deutschen Telekom in Erfurt, ein fast 30 Jahre alter Plattenbau, wurde 2005 saniert. Die dominierende Westseite des über 30 m hohen Gebäudes, die sich gegenüber der barocken Zitadelle Petersberg befindet, erhielt eine Structural-Glazing-Fassade mit einer hohen Außenreflexion, sodass sich das komplexe Baudenkmal in der modernen Glasfront fotografisch scharf widerspiegelt. Neben dem gestalterischen Anspruch erfüllen die Isoliergläser auf einer senkrechten Fläche von knapp 1200 m² hohe Anforderungen an die Wirtschaftlichkeit durch Selbstreinigung, einen effizienten Sonnenschutz und Spitzenwerte bei der Wärmedämmung.

Der Bestand aus DDR-Zeiten
Das lang gestreckte ca. 45 m x 14 m große Gebäude wurde Ende der 70er-Jahre errichtet und diente zu DDR-Zeiten als Telekommunikationsgebäude der Post und der Staatssicherheit. Der fast 18.000 m³ umfassende Baukörper war in Stahlbeton-Fertigteilbauweise mit Waschbeton-Außenwandplatten und Holz-Aluminium-Fensterbändern ausgeführt. Die Erschließung der insgesamt acht Geschosse erfolgte über einen Mittelflur in der Längsachse.

Das neue Fassadenkonzept
Ein wesentliches Ziel der Sanierungsmaßnahmen sahen die Planer darin, die störende Wirkung des Gebäudeäußeren durch ein ganz neues Fassadenkonzept aufzuheben, denn es handelte sich hier um einen schadhaft gewordenen Plattenbau mit undichten Fensteranschlüssen. Da das Gebäude an Stadtbild prägender Nahtstelle zwischen der Erfurter Altstadt und der Zitadelle Petersberg steht, galt es darüber hinaus, das Stadtbild mit einer sowohl signifikanten als auch Raum gebenden Architektur aufzuwerten. Das war auch im Sinne der Vertreter der thüringischen Landeshauptstadt, insbesondere der Verantwortlichen von Stadterneuerung und Denkmalpflege.

Die Structural-Glazing-Fassade
Der federführende Entwurfsarchitekt Stefan Wolff entschied sich für eine konsequente zweiteilige Fassadengestaltung entlang der Bauwerkslängsachse. Die der Altstadt zugewandte Ostseite des Gebäudes erhielt eine graufarbene Titanzink-Paneel-Vorhangfassade mit Fensterbändern. Die Eingangsseite mit der Westfassade zur Stadtfestung hin wurde als Structural-Glazing-Fassade mit einer verspiegelten Verglasung ausgeführt. Während beide Fassadenhälften eine glatte, leicht horizontal orientierte Gliederung aufweisen, die an die Struktur des Altbaus erinnern mag, unterstreicht die geschlossen und massiv wirkende Paneelfassade die Andersartigkeit, die Helligkeit und die Leichtigkeit der silberfarben reflektierenden Ganzglasfassade, die sich im Abbild der umliegenden Bebauung und des Himmels nahezu auflöst.

Gleiche Optik für Fensterbänder und Fassadenplatten
Der Passant nimmt von außen die Ästhetik der nahezu rahmenlosen reflektierenden Glas-Aluminium-Fassade wahr, die lediglich bei Bedarf an einigen Stellen durch geöffnete Klappflügel unterbrochen wird. Umgekehrt ermöglichte der Umstand, dass die Fassade von außen nicht einsehbar ist die WC-Anlagen an diese Außenseite zu legen und die Büro- und Technikräume in Lage und Größe nahezu beliebig anzuordnen. Personen im Inneren des Gebäudes hingegen können die Aufteilung der Fassade in Fensterbänder mit feststehenden und Senkklapp-Elementen sowie den verglasten Brüstungen erfassen: Man blickt durch jeweils zwei von drei übereinander liegenden transparenten Fassadenelementen eines Normalgeschosses – und zwar unmittelbar auf die bedeutende Stadtfestung.

Die Ausführung der Fassade
Für die Fassadenkonstruktion wurde ein Profilsystem der Fa. Schüco verwendet, das eine variable Ausstattung mit Festfeldern und Senkklapp-Flügeln ermöglicht. Die Lastabtragung des Fassadentragwerks erfolgt über Konsolen in den massiven Kellerwänden. Windlasten werden über Verankerungen in die Geschossdecken abgetragen. Ein Teil der Wetterschale der alten Stahlbeton-Mehrschichtplatten wurde entfernt, um Anschlüsse an das neue Fassadenraster zu ermöglichen.

Das Sonnenschutzglas
Die Wahl der Gläser verbindet gestalterische Aspekte mit funktionalen und damit wirtschaftlichen Vorteilen. Aufgrund der starken Sonneneinstrahlung auf der Westseite entschieden sich die Architekten für das Sonnenschutzglas Pilkington Suncool™ Silver 50/30. So wird das Aufheizen der Innenräume, die über eine natürliche Helligkeit verfügen, verzögert. Eine natürliche Belüftung erfolgt zudem über insgesamt 65 Senkklapp-Flügel.

Darüber hinaus verfügt das gewählte Sonnenschutzglas über den minimalen Wärmedurchgangskoeffizienten Ug von 1,1 W/m²K und hält damit im Winter die Wärme sehr gut im Raum. Durch die geringere Beanspruchung von Heizungsanlagen und Kunstlicht wird eine höhere Energieeffizienz erreicht und damit ein wirtschaftlicherer Betrieb des Gebäudes.

Gestaltungsvielfalt mit Glas
Dass sich das Erfurter Architekturbüro für die Konstruktion einer Structural-Glazing-Fassade entschied, lag sicher zum einen an der farblich sehr gut aufeinander abzustimmenden Ausführung der Sonnenschutzgläser mit den entsprechenden Pilkington Fassadenplatten A120. Isoliergläser und Fassadenplatten kamen auf der 1190 m² großen Ganzglasfassade zu etwa gleichen Teilen zum Einsatz.

Selbstreinigung durch Pilkington Activ™
Zum anderen war für die Planer eine Zusatzfunktion wie die Selbstreinigung durch Pilkington Activ™ unverzichtbar, die für den Bauherrn auch wirtschaftlich ist. Hierbei zersetzt eine spezielle Beschichtung auf der Außenseite des Glases unter Einfluss der UV-Strahlung den auf der Oberfläche haftenden organischen Schmutz, der beim nächsten Regen einfach und ohne Rückstände abgespült wird. Die Wasser anziehende Eigenschaft der Beschichtung verstärkt die natürliche Reinigungswirkung des Wassers.

  Project ReferenceDE10
  View Project Location Map
Project Details
Surface Area
1200 m²
Address
Erfurt
Building Type
  • Office Building
About the Architect/Installer
Architect

Architekturbüro Wolff-Beck-Keyszner,
Entwurfsarchitekt Stefan Wolff